Vita


1985                 geb. in Bergisch Gladbach

ca.1994           Erwachsenenkurs Zeichenkurs bei Christoph Hardenbicker in Wipperfürth

2006-2009      Ausbildung zur Ergotherapeutin, Kenntniserweiterung von verschiedenen

          künstlerischen Medien (Holzbildhauerei und Maschinenarbeiten,  

          Seidenmalerei, Korbflechterei, Weben, Töpferei, Buchbinden)

2012                 Arbeiten und Austellungen zum Thema Utopie und Endzeit in Köln Kalk       

                          (Sommerblutfestival)

          Vertiefung meiner Kamerakenntnisse und experimentelle Fotographie 

2013                 Mappen- und Zeichenkurs bei Daphna Koll im KUBA Wipperfürth

2015                 Beginn des Studiengangs Freie Malerei an der Freien Kunstschule Köln

2016                Sommerakademie Ratingen; Techniken Altmeisterlicher Malerei bei Bernd    

                         Finkenwirth

2016                Ausstellung der Freien Kunstschule Köln im El Comedor Köln Ehrenfeld

2017                Studienabschluss der Freien Kunstschule Köln mit Diplom

2017                Einzug und Aufnahme in die Ateliergemeinschaft, sowie Teilnahme an den offenen Ateliers im Atelierhaus A 24,   

                 Werksausstellung im eigenem Atelier

2018               3 wöchige Ausstellung ,,Suche nach Logos'' in der Galerie des Atelierhaus A24  (Onlinekatalog)

2018               4 wöchige Ausstellung ,, Deep Art'' in Spijkenisse, Rotterdam NL

2018               Teilnahme an den offenen Ateliers im Atelierhaus A 24, Werksausstellung im eigenem Atelier

                     

 


 

 

 

Laudatio

 

 

Ellen Zang

 

 

 

 

Marion Beier (Dozentin Freie Kunstschule Köln)

 

Zu den Arbeiten von Ellen Zang:

 

 

 

Ellen Zangs Kunstschaffen ist von einem deutlichen Schwerpunkt auf bizarre Welten geprägt. Dabei werden Mensch und Tier in der Natur verortet. Beiden, sowohl dem Menschen als auch den Tieren, gilt die Natur gleichermaßen als Heimat und Nährboden in einer angenommenen mythisch-magischen Verwobenheit. In ihren Bildern verbinden sich Fabel- und Märchenwelten aus ihrer Heimat um Kürten mit persönlich-lebensgeschichtlichen Inhalten zu einer irrisierenden, facettenreichen Bildwelt.

 

Den jeweiligen Bildern gehen umfangreiche Recherchen, Farb- und Formanalysen voraus, aus denen Vorstudien und Entwürfe entwickelt werden. Um ihr künstlerisches Wollen einzukreisen werden teils ihrer Vorstellungswelt entsprungene, teils literarisch inspirierte Zeichen- und Fotoserien angefertigt, die einen hohen Reiz und künstlerischen Eigenwert besitzen. Bereits hier findet Ellen Zangs wohlverstandenes Kompositionsgefühl und eigenwilliges Farbempfinden einen ersten überzeugenden Ausdruck, bevor die eigentlichen Öl- und Acrylbilder entstehen.

 

Auf der inhaltlichen Ebene lassen sich Bezüge zu einer romantischen Naturverbundenheit sowie sehnsuchtsvollen Wunsch nach alternativen Lebensweisen aufweisen, die in ihrer Gestimmtheit und Anderweltlichkeit der mythisch-magischen inspirerten Themen wiederum deutlich symbolistischen Anklang haben.

 

Über den vorangestellten Auseinandersetzungsprozess mit ihrer Vorstellungswelt gelingt der Künstlerin ihre Bildfindungen in eigenständige Malerei zu überführen, die über die reine Bebilderung der verwendeten literarischen Inspirationsquellen hinausweist; ein Merkmal, dass sie mit der Bildwelt des Jugenstil gemein hat. Gerieten dort Plakatkunst und Illustration zu eigenständigen Werken, die ihre Funktionsgebundenheit hinter sich ließen, sind es bei Ellen Zang persönlich geprägte Bebilderungen von Mythen aus dem Bergischen Land, die im gültigen Malergebnis ihren narrativ-illustrativen Ursprung vergessen machen.

 

Aber auch dort, wo die malerische Umsetzung einer realistisch gegenständlichen Darstellung verpflichtet bleibt, weist die Dingwelt in Ellen Zangs Bildern immer auf das Vorhandensein einer Welt hinter der eigentlichen, deren Wirkmächtigkeit in den vielschichtigen Bildfindungen erahnbar ist. Unterstützend wirkt dabei der Einsatz von bildnerischen Mitteln, die sich auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen bewegen. Es entsteht eine komplexe Bildsprache, mithilfe derer der Bildraum zu einer rätselhaften Zwischenwelt gerät.

 

Denn mitunter verselbsständigen sich Linie, Fläche und Raum. Abstrakter Farbraum tritt dabei flächig zurück, während lineare Musterungen den Bildraum rhythmisieren und in den Vordergrund treten. Die ungegenständliche Farbe des Hintergrundes erzeugt eine räumliche Uneigentlichkeit, die sich als Schwebezustand näherer Bestimmung entzieht; wiederum ein Merkmal, dass die Arbeiten Ellen Zangs mit dem Jugenstil gemeinsam haben, wenngleich die Behandlung der Linie bei Ellen Zang deutlich gestisch abstrakter und weniger dekorativ ornamental als im Jugendstil ausfällt. In Anlehnung an die Behandlung der Linie im Jugenstil determinieren Linien jedoch nicht nur abstrakt die Komposition, sondern stehen als solche auch für eine zeichenhaft angelegte Gegenständlichkeit. Schließlich verweisen flächig angelegten Metallfarben auf die Goldgründe mittelalterlich sakraler Darstellungen oder byzantinische Ikonen. Die Einbettung solcher metallischen Gründe und Farbflächen in einschließende Linien verbindet die Bildfindung wieder mit der Ästhetik des Jugendstils, der dieses Stilelement auch einsetzte, um auf ein jenseitiges Einwirken zu hinzudeuten. Im Werk der Künstlerin wirken diese wie ein Fenster zu einer anderen Welt.

 

Raum entsteht in einigen Bildern allerdings auch durch einen pastosen Farbauftag, dessen Duktus den Raum im Bild und den Bildraum als solchen moduliert, der in surreal verfremdeter Farbigkeit erscheint, die bewusst poppig wirkt.

 

Werden die bildnerischen Mittel von Linie, Form und Farbe solchermaßen verfremdet eröffnet sich eine symbolische Dimension, die inhaltlich wiederum mit dem Bildgegenstand in Beziehung steht, die auf einen gemeinsamen Bedeutungshorizont zu verweisen scheint, der ein Geheimnis birgt, das es zu enträtseln gilt.

 

Bewirken die naturalistisch ausgeführten surrealen Bildelemente oder kubistische vereinfachte realisische Formfindungen ein geschlosseneres Kompositionsgefüge, entfalten expressive Elemente in Linienführung, Farbgebung und Duktus eine dynamisierende und expandierende Wirkung.

 

So sind in den Einzelwerken verschiedene stilistischen Anleihen nachvollziehbar. Die Verwandschaften mit vorhandenen Stilen sind nie als direktes Zitat erkennbar, sondern dienen einem ureignenen künstlerischen Ausdruck, der versteht sich von Traditionen beflügeln zu lassen, um völlige Neuauszulegungen zu entwickeln. So ist die unorthodoxe Behandlung der eingesetzten Mittel oft kühn, zeugt aber von Souveränität in der Beherrschung des Handwerks. Die eigenwillige, jedoch immer höchst folgerichtige Zusammensetzzung unterschiedlichster stilistischer Elemente begründet das eigentlich Zeitgenössische in Ellen Zangs Werk.